TOGETHER! - Chor.Leben

Gemeinsam machen wir die Chorszene diverser und partizipativer! Das Projekt TOGETHER! – Chor.Leben verfolgt das Ziel, auch Jugendliche, die bisher noch nie in einem Chor gesungen haben, für gemeinsames Singen zu begeistern. Denn durch gemeinsames Singen können Junge Menschen eine Gemeinschaft erleben, in der es nicht auf die geographische, ethnische, ökonomische oder soziale Herkunft, Hautfarbe, Erst-Sprachen, Bildungsnähe oder -ferne, körperlichen und kognitiven Voraussetzungen, Geschlechts- oder Religionszugehörigkeit ankommt, sondern es einzig darum geht, miteinander Musik zu machen und eigene Ideen zu verwirklichen. Im Rahmen dieses Modellprojektes gründen sich deutschlandweit 14 Jugendchöre mit Singbegeisterten, die ganz unterschiedliche Motivationen, Hintergründe und Visionen mitbringen und sowohl den Gründungsprozess als auch die Probenarbeit aktiv mitgestalten. Dabei steht stets ein offener, aufsuchender Charakter im Vordergrund: das Suchen von Wegen, um Jugendliche gezielt in ihrer Lebenswelt mit ihren Interessen anzusprechen. Durch interaktive Formate des internen und externen Wissenstransfers werden ausgewählten Chorgründer*innen projektrelevante Methoden vermittelt, die direkte Anwendung in der Probenarbeit finden. Methodik, Qualität und Wirkung der Projektarbeit werden kontinuierlich wissenschaftlich begleitet. Aus den gewonnenen Erkenntnissen werden konkrete Handlungsempfehlungen für transkulturelle Jugendarbeit definiert, um neue Bewegungen in der Zivilgesellschaft herbeizuführen und die Chorszene für mehr kulturelle Teilhabe zu öffnen. In Nordrhein-Westfalen, genauer gesagt in Köln, hat sich eine Vierergruppe zusammengetan, um in Rahmen von TOGETHER! – Chor.Leben das interdisziplinäre Chorprojekt Factory of Music zu gründen. Die Idee dazu entstand im August 2020 zwischen Jannis Derrix (Chorleiter/Coach/Sänger) und Klara Hens (Sängerin/Chorleiterin/Pädagogin) während des Seminars Einstieg Chormanagement der Deutschen Chorjugend. „Ich hatte schon lange das Gefühl und das Bedürfnis, das Konzept ‚Chor‘ weiterzudenken und interdisziplinärer gestalten zu müssen“, berichtet Jannis Derrix und Klara Hens ergänzt: „Wir haben beide direkt erkannt, dass ein interdisziplinäres Projekt super chancenreich für ein offenes, diskriminierungskritisches und vielfältiges Chorleben wäre. Deshalb wollten wir das Team von Anfang an um Tänzer:innen bzw. Tanzpädagog:innen erweitern.“ So kam die Tänzerin, Performerin und Choreografin Miriam Arnold, die Jannis Derrix schon aus dem Studium kannte, mit ins Team: „Jannis und Klara kamen nach dem Seminar der Deutschen Chorjugend auf mich zu und erzählten mir von der Idee, ein interdisziplinäres Chorprojekt im Rahmen von TOGETHER! – Chor.Leben in Kölnzu gründen. Sofort hatte ich das Gefühl, dass es inhaltlich und menschlich sehr gut passt und ich mich freue, meine Erfahrungen mit interdisziplinärer künstlerischer Arbeit in das Projekt einfließen lassen zu können und sich gemeinsam mit Jugendlichen auf eine spannende Entdeckungsreise zu begeben“, erzählt Miriam Arnold begeistert. Derya Kaptan (Tänzerin, Sängerin, Schauspielerin, Dipl. Sportwissenschaftlerin und Erziehungswissenschaftlerin), die als Gründerin des Künstlerkollektivs CrossArts Cologne bereits viel Erfahrung als Projektleiterin interdisziplinärer Projekte mitbringt, wurde Jannis Derrix über einen Kontakt aus dem Bereich Sozialarbeit empfohlen „und so war das Dreamteam gefunden“. „Ich freue mich sehr, Teil des Projekts zu sein und auf dem Weg viele motivierte Kolleg:innen und Künstler:innen kennenzulernen und neue Erkenntnisse im Bereich Ensemblegesang zu gewinnen“, erzählt Derya Kaptan. Die Vorteile von Teamarbeit sind den vier jungen Gründer:innen sehr bewusst: „Ich bin ein großer Fan von Teamteaching, weil sich die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt. Außerdem hat jede:r von uns so individuelle Stärken, von denen das ganze Team profitieren kann“, meint Klara Hens, die ihre Themenschwerpunkte auf diskriminierungskritische, feministische Chorarbeit legt und wie Jannis Derrix, Chöre am liebsten nach der Methode The Intelligent Choir leitet. Die anderen Drei teilen diese Meinung über Teamarbeit: „Die Arbeit im Team war für uns ganz logisch, weil niemand alles abdecken kann und wir so auch einfach schon im Konzept und der Anleitung verschiedene Perspektiven berücksichtigen können. Außerdem kann man sich so auch gegenseitig auffangen und Rücksprache halten“, erklärt Jannis Derrix, der nebenbei zurzeit noch zu ‚Empowerment und Vokalimprovisation‘ forscht. Seit Januar 2021 trifft sich das Factory of Music-Team nun dreiwöchig zum virtuellen Wissens- und Erfahrungsaustausch mit den anderen TOGETHER! – Chor.Leben-Gründer:innen und plant sein großes Vorhaben. Es ist ihnen bereits gelungen, eine erfolgreiche Kooperation mit der Trude-Herr- Gesamtschule in Köln Mülheim herzustellen. „Dabei haben wir trotzdem die Möglichkeit bekommen, unser Projekt außerhalb der schulischen Struktur anzubieten, da es uns wichtig war, dass die Teilnahme freiwillig erfolgt und nicht im schulischen Rahmen erzwungen wird“, berichtet das Team erfreut. „In Online-Treffen haben wir den Jugendlichen von uns und unserem Projekt erzählt, ein paar Gespräche mit ihnen geführt und versucht, Interesse zu erwecken.“ Das pandemiebedingte Onlineformat stellte zwar eine Herausforderung dar, doch in den Gesprächen konnten die Gründer:innen den Jugendlichen zeigen, wie ernst sie ihre Belange und Vorstellungen nehmen. Denn die Jugendlichen und deren „Partizipation auf allen Ebenen“ steht bei der Factory of Music ganz besonders im Mittelpunkt. Wer nach den Sommerferien bei den wöchentlichen Proben dabei sein möchte, kann sich neben neuen Freund:innen also darauf freuen, eigene Ideen umzusetzen und überall mitentscheiden zu dürfen. Die Jugendlichen können sich auch gegenseitig anleiten, denn die übliche Chor- Rollenverteilung von angeleiteten und anleitenden Personen wird bei der Factory of Music aufgebrochen. Außerdem suchen die Jugendlichen zum Beispiel auch aus, welche Songs sie einstudieren wollen. „Sowohl im Tanz als auch im Gesang wird HipHop und moderne Popkultur den Wünschen der Jugendlichen entsprechend eine Rolle spielen“, erklärt das Team. Dabei arbeiten sie mit neuen / für die meisten Chöre eher unüblichen Methoden wie Improvisation, Vocal Painting, einem Mix aus Tanz und Gesang sowie Shared Leadership. Die (Wirkungs-)ziele der Factory of Music sind so vielseitig wie das Projekt selbst: „Im Mittelpunkt steht das Erreichen von vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die bisher keine Möglichkeiten oder Berührungspunkte mit dem Ensemblegesang und der Chorarbeit hatten, sowie eine diversitätsbewusste Projektarbeit im Team mit dem Ziel der Stärkung sozialer und interkultureller Kompetenzen als Teil der Persönlichkeitsentwicklung.“, erzählt Derya Kaptan. „Darüber hinaus wollen wir eine Sensibilität für Interdisziplinarität von Chorarbeit wecken und die Möglichkeiten der Vielfalt auskundschaften“, sagt Jannis Derrix. Klara Hens ist es ebenso sehr wichtig, „auf Themen und Methoden, die Diversitätsbewusstsein fördern und diskriminierungskritische Räume in Chören öffnen, aufmerksam zu machen und die immensen Vorteile von Teamarbeit im Chorbereich aufzuzeigen“. Miriam Arnold ergänzt noch zusammenfassend: „Wir wollen die Chorszene mitgestalten: hin zu mehr Diversität und zu mehr Experimentierfreude hinsichtlich interdisziplinärer Ansätze!“ - Marie-Lena Olma, Projektmanagerin von TOGETHER! – Chor.Leben

Wir freuen uns, euch bald an dieser Stelle alle 14 Gründungsprojekte im Rahmen des TOGETHER! - Chor.Leben Projekts vorzustellen.

Wollt Ihr bei der Factory of Music in Köln dabei sein? Habt Ihr selbst eine Idee für ein eigenes Projekt? Dann meldet Euch bei Marie-Lena Olma bei der Deutschen Chorjugend oder Susanne Läge bei der Sängerjugend NRW.

Das Projekt wird gefördert von der Stiftung Deutsche Jugendmarke und Aktion Mensch und wird verwirklicht von der Deutschen Chorjugend.